Wer einen Carport selbst baut, braucht einen Plan. Er dient als Vorlage für den Bau, als Grundlage für die Materialliste und oft auch für das Bauamt. Doch was muss ein Bauplan eigentlich zeigen – und lohnt es sich, ihn selbst zu zeichnen?
Wofür Sie einen Bauplan brauchen
- Für den Bau: Wo stehen die Pfosten, wie lang sind die Balken, wie hoch ist die Durchfahrt?
- Für den Materialeinkauf: Aus dem Plan ergeben sich Längen und Stückzahlen.
- Für das Bauamt: Je nach Bundesland und Größe brauchen Sie einen Bauantrag oder müssen den Carport zumindest anzeigen. Dafür sind Bauzeichnungen nötig.
- Für die Nachbarn: Eine saubere Zeichnung hilft, wenn der Carport an der Grundstücksgrenze steht und Sie das Vorhaben erklären möchten.

Was ein guter Carport-Bauplan enthält
Checkliste:
- Draufsicht: Lage der Pfosten, Achsabstände, Dachmaß mit Überstand
- Seitenansicht oder Schnitt: Höhen, Durchfahrtshöhe, Dachneigung
- Vorderansicht: Breite, lichte Durchfahrtsbreite, Höhe an der Einfahrt
- Vollständige Bemaßung: alle Maße, die man auf der Baustelle braucht
- Maßstab: angegeben und beim Ausdruck eingehalten
- Abstellraum oder Anbau, falls geplant, mit Innenmaßen
Für den Bauantrag kommen weitere Unterlagen hinzu. Üblich sind:
- Bauzeichnungen im Maßstab 1:100 oder 1:50: Grundriss, Ansichten, Schnitt
- Lageplan, meist 1:500: auf Grundlage der Liegenschaftskarte, mit Abständen zu den Grenzen
- Baubeschreibung auf dem Formular des Landes
- je nach Land und Bauamt eine Statik
Welche Unterlagen genau verlangt werden, unterscheidet sich je nach Bundesland und Bauamt. Fragen Sie am besten vorher kurz dort nach.
Wer darf den Bauplan zeichnen?
Bei Wohnhäusern müssen die Bauvorlagen von einer bauvorlageberechtigten Person unterschrieben werden, etwa von einem Architekten oder Bauingenieur. Für kleine Bauten wie Garagen und Carports gilt das in vielen Bundesländern nicht. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel ist dafür in der Regel kein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser nötig. Wie es in Ihrem Land ist, sagt Ihnen das Bauamt.
Drei Wege zum Bauplan
1. Kostenlose Vorlage aus dem Internet
Im Netz finden sich Skizzen und Pläne für Carports, teils als PDF.
- Vorteil: kostet nichts.
- Nachteil: selten in Ihrer Größe, oft unvollständig bemaßt, manchmal nur eine Ansicht. Wer anpasst, muss neu rechnen und zeichnen. Für das Bauamt reicht so eine Skizze meist nicht.
2. Selbst zeichnen
Mit Papier und Lineal oder mit einem CAD-Programm lässt sich ein Carport selbst zeichnen.
- Vorteil: genau Ihre Maße, Sie verstehen jedes Detail.
- Nachteil: braucht Zeit und Übung. Maßstabsgerecht drucken, alle Ansichten konsistent halten und an die nötigen Höhen denken – da schleichen sich leicht Fehler ein.
3. Fertige Bauzeichnung kaufen
Eine fertige Zeichnung ist vollständig bemaßt und maßstabsgerecht.
- Vorteil: sofort verfügbar, alle Ansichten auf einem Blatt, für Planung, Materialeinkauf und Bauantrag nutzbar.
- Nachteil: kostet Geld und passt nur, wenn es Ihre Größe gibt – sonst braucht es eine individuelle Zeichnung.
Unsere Bauzeichnungen
Wir zeichnen Carports seit 2009. Unsere Bauzeichnungen gibt es in 32 Größen von 3 × 5 m bis 6 × 9 m, mit und ohne Abstellraum:
- eine Seite mit Draufsicht, Seitenansicht/Schnitt und Vorderansicht
- vollständig bemaßt, als PDF
- in 1:50 zum Ausdruck auf DIN A3 und 1:100 auf DIN A4
- mit kurzer Anleitung zum maßstabsgerechten Drucken
- Download über Ihr Kundenkonto
Ihre Größe ist nicht dabei, oder Sie planen einen Carport für Wohnmobil oder Wohnwagen? Dann zeichnen wir ihn nach Ihren Maßen. Welche Größe zu Ihrem Auto passt, lesen Sie im Ratgeber Carport-Maße.
Nicht enthalten sind Statik, Stückliste und Lageplan. Eine Statik können Sie auf Anfrage bei uns bestellen.
Tipp: Maßstabsgerecht drucken
Ein Plan im Maßstab 1:100 bedeutet: 1 cm auf dem Papier sind 1 m in der Wirklichkeit. Damit das stimmt, muss der Drucker in Originalgröße drucken. Wählen Sie im Druckdialog „Tatsächliche Größe“ oder „100 %“, nicht „An Seite anpassen“. Prüfen Sie den Ausdruck danach mit einem Lineal an einem bekannten Maß.
Häufige Fragen
Gibt es einen Carport-Bauplan kostenlos?
Ja, im Internet finden sich Vorlagen. Sie passen aber selten genau und sind oft nicht vollständig bemaßt.
Reicht eine Skizze für den Bauantrag?
Meist nicht. Das Bauamt erwartet in der Regel bemaßte Bauzeichnungen im Maßstab 1:100 oder 1:50 und einen Lageplan.
In welchem Maßstab zeichnet man einen Carport?
Für den Bauantrag üblich sind 1:100 oder 1:50. Für die Arbeit auf der Baustelle ist 1:50 angenehmer, weil Details größer sind.